Wiederverwendetes Kriegsmaterial
Im Befreiungspark des Museums steht ein auffälliges Objekt, das die Wiederverwendung von Kriegsmaterial anschaulich macht: ein kleiner deutscher Bunker, auf dem ein französischer Panzerturm angebracht ist.
Dieser sogenannte Ringstand (auch Tobruk genannt) wurde während des Zweiten Weltkriegs häufig als Verteidigungsstellung im deutschen Atlantikwall eingesetzt – auch entlang der zeeländischen Küste.
Französisches Geschütz auf deutschem Bunker
Nur der obere Teil des Bunkers ragte über den Boden hinaus, wodurch er für feindliche Truppen nur schwer zu entdecken war. In diesem speziellen Fall wurde auf der Betonstruktur ein französischer Panzerturm angebracht, der von den Deutschen nach der Kapitulation Frankreichs im Jahr 1940 erbeutet worden war. In dem Turm befand sich eine 37-mm-Kanone des Typs SA 18, die von der französischen Waffenfabrik Puteaux entwickelt worden war. Diese Waffe war ursprünglich für leichte Panzer wie den Renault FT vorgesehen. Trotz ihres veralteten Designs blieb sie gegen vorrückende Infanterie, leichte Fahrzeuge und – auf kurze Distanz – sogar gegen Landungsboote wirksam.
Die Kombination eines Betonbunkers mit einem wiederverwendeten französischen Panzerturm bot einen gewissen Schutz und ermöglichte es der deutschen Verteidigung, gezieltes Feuer auf alliierte Einheiten abzugeben. Während der Schlacht an der Schelde stellten solche Stützpunkte für die Alliierten ein ernstes Hindernis dar.
Von Den Haag nach Zeeland
Der Panzerturm auf diesem Bunker wurde Anfang 2025 vom aufgelösten Bunkermuseum Den Haag übernommen. Die Spuren der Zeit waren deutlich sichtbar, doch dank des Engagements und der Fachkenntnis der Freiwilligen des Befreiungsmuseums Zeeland konnte der Turm gründlich restauriert und für eine neue Zukunft im Befreiungspark vorbereitet werden.
Ein neuer Platz im Befreiungspark
Für das professionelle Sandstrahlen und Lackieren des Stahlturms konnte das Museum auf die Unterstützung des Straalbedrijf Kamps zählen, das dem Objekt eine historisch authentische Oberfläche verlieh. Von Montag, dem 19., bis Mittwoch, dem 21. Mai, wurde der gesamte Bunker – einschließlich des Turms – an seinem neuen Standort installiert. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Objekt, das nicht nur eine Verteidigungslinie repräsentiert, sondern auch die Geschichte von Wiederverwendung, Erinnerung und der engen Verbindung zwischen Frankreich, Deutschland und Zeeland erzählt.